Ein Lebenszeichen von Omid

[1. Januar 2020] Hallo liebe Spender/Spenderinnen und Beter/Beterinnen,
Das Wetter ist kalt und das Studium ist hart, zumindest von der Zeit her. Wenn ich jetzt zum Jahresabschluss einen Blick auf die letzte Zeit werfe, frage ich mich: Habe ich mein Ziel erreicht? Um die Antwort darauf nachvollziehbar zu machen, gebe ich euch/Ihnen einen Einblick in die Aufgaben meines Semesters: Ich kam wieder auf den Berg und in der ersten E-Mail ging es um den Gemeindeeinsatz, der Teil meines Studiums im zweiten Jahr ist. Wir Ita-ler werden verschiedenen Gemeinden zugeteilt, in denen wir mit den Kindern und Jugendlichen arbeiten und auch Andachten und Impulse halten werden. Das Studieren läuft wie zuvor parallel dazu.
Zusätzlich haben wir seit September mit einem Bachelor als Dualstudium angefangen. Mit dem Modul „Arbeit mit Kindern und Jugendlichen“ konnte ich eigentlich nichts anfangen, weil ich bislang weder diese Art der Arbeit selber in meiner Jugendzeit erlebt habe, noch ein dienendes Herz für Kinder gehabt habe. Das Semester hat begonnen und ich wurde der „MBG“ (Missionsberggemeinde) auf dem Berg in Liebenzell zugeteilt. Einerseits war es ein genialer Vorteil, dass ich mich nicht um ein Auto kümmern musste, damit ich meine Dienste in der Gemeinde erledigen konnte, und die Gemeinde direkt vor mir hatte. Aber andererseits hätte ich mich sehr gefreut, ein wenig Abwechslung zu haben und mal raus zu kommen. Mittlerweile genieße ich es, in der Gemeinde zu sein und meine Kinderstunden zu machen. Es ist für mich ein großes Privileg, immer wieder zu erleben, wie Gott mir die Wege, die mir spanisch vorkommen, vorbereitet. Es kommt mir dann vor, als würde ich diese unbekannten Wege doch schon kennen. Ja, es ist echt faszinierend, wie ich mehr und mehr in seiner Abhängigkeit leben kann und mir immer sicherer werde: Bei allen Schwierigkeiten, die vor mir stehen werden, steht Gott hinter mir. Die Zeit, die ich hier bei der Gemeinde erlebe, ist sehr bereichernd und gesegnet, aber auch manchmal herausfordernd für mich. Ich lerne viel von meinen Mitarbeitern, was die Arbeit mit den kleinen Kindern angeht. Durch Gottes Hilfe habe ich Freude an dem Gemeindeeinsatz und ein Teil meines Zieles erreicht. Was mein Studium angeht, bin ich Gott sehr dankbar, dass ich bis jetzt alles schaffen konnte, was ich an Aufgaben hatte. Natürlich bin ich an dieser Stelle auch euch treuen Betern sehr dankbar.
Es war auch ein Teil meines Zieles, dass ich an Weihnachten in Zwickau sein wollte. Zwischenzeitlich habe ich gedacht, es sei alles zu viel und ich werde wieder auf dem Berg bleiben. Aber dann war es leichter als gedacht und jetzt werde ich für ein paar Tage nach Sachsen kommen.
Anfang Dezember habe ich meinen BAföG-Antrag genehmigt bekommen. Mein Betrag wurde vom Amt erhöht. Das Geld, das ich vom Amt bekomme, reicht mir. Daher ist es für mich besser, wenn ihr mir ab Januar kein Geld mehr spendet. Ich bedanke mich sehr für eure bisherigen Unterstützungen und bete für euch, dass ihr immer mehr Geld verdienen könnt. Es ist so genial, dass es solche Menschen wie euch gibt. Gott segne euch alle. Ich wünsche euch alles Gute für das Jahr 2020.


Neues von Omid

[1. November 2019] Wir haben Omid per Telefon in Bad Liebenzell interviewt und ihm einige Fragen gestellt.

Lieber Omid, wie geht es dir momentan?
Momentan geht es mir relativ gut, außer dass ich gerade wieder zu viele Beschäftigungen habe. Dieses Mal ist es nicht nur das Studium, also die Theorie, sondern jetzt kommen auch noch die ganzen praktischen Aufgaben dazu. Das sind zum Beispiel die Planung und Durchführung von Jungscharstunden, Teenkreisen oder Jugendstunden, aber auch von der Schwesternstunde (eine Gebetsstunde für die Liebenzeller Schwestern) und den internationalen Gottesdiensten. Es ist viel möglich, ich kann mich bei vielen Gelegenheiten mit einbringen, aber es ist nicht alles machbar neben dem Studium mit viel Arbeit.

Was steht bei dir in den nächsten Wochen an?
In zwei Wochen führe ich das erste Mal einen Kids Club mit eigenen Stundenentwürfen und eigener Organisation in der Missionsberg-Gemeinde durch. In drei Wochen sind wieder wichtige Leseaufgaben fällig. Ich studiere parallel jetzt auch im Bachelorstudiengang, muss aber 30 Creditpunkte mehr machen, weil ich kein deutsches Abitur habe.

Wofür gibt es Grund zu danken?
Es ist genial, hier zu sein. Ich genieße es jeden Tag neu. Ich lerne viel von den anderen, auch von den Schülern. Ich bin sehr dankbar und ich weiß, alles Gelernte wird später von großem Nutzen sein.

Wofür sollten wir mit beten?
Bitte betet für meinen weiteren Berufsweg, dass das Feuer lebendig bleibt und dass ich gut als Verkündiger arbeiten kann.

Hast du schon Ideen, was du nach deiner Ausbildung machen willst?
Ideen habe ich viele. Eine davon wäre, Bücher für Perser zu übersetzen. Ich überlege auch, ob es vielleicht besser ist, nicht als Hauptamtlicher zu arbeiten, um von Nichtchristen und Muslimen keinen Stempel aufgedrückt zu bekommen und dann freier Christus bezeugen zu können.
Es ist genial, was ich alles für Spenden bekomme. Danke für alles Geld und alle Gebete aus Zwickau.
Ich hoffe, dass das Bafög wieder bewilligt wird.

Vielen Dank, lieber Omid, und dir eine gute und gesegnete Zeit in Bad Liebenzell.


Theologiestudium an der ITA Bad Liebenzell

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[1. Juli 2019] Liebe Spender/innen und Beter/innen,
ich begrüße euch ganz herzlich aus Toronto. Wie ihr vielleicht mitbekommen habt, nähert sich die Zeit hier für mich langsam dem Ende. Die Anzahl der verbleibenden Tage ist einstellig geworden. Wenn ich zurückblicke, erinnere ich mich mehr an die coolen Zeiten hier in Toronto, die unfassbar prägend und sehr gesegnet waren! Die Zeiten, die ich aus Gottes Gnade erleben durfte. Aber wie es zum Leben auf dieser Erde gehört, gab es gute und schlechte Zeiten. Ich bin Jesus sehr dankbar, dass ich diese Erfahrungen sammeln konnte. Einerseits werde ich logischerweise ein paar Sachen von hier vermissen, andererseits freue ich mich auch wieder sehr auf Deutschland. Am 2. Juli fliege ich zurück nach Deutschland. Erstmal habe ich fünf Tage frei, um mich zu erholen. Danach geht es wieder mit dem Studium los. Wir werden einen Monat Unterricht haben und danach fangen unsere Sommerferien an. Das heißt, dass ich das erste Studienjahr hinter mir habe. In den Ferien habe ich vor, das ganze Jahr für mich zu reflektieren, um herauszufinden, wie es am besten weitergeht. Ich freue mich schon lange auf die Ferien und freue mich auch sehr dich, dich und dich wiederzusehen.
Das Beste, was ich hier erlebt habe, möchte ich dir gerne mitteilen. An einem Samstagabend, als ich in unserer Gemeinde (Heilsarmee) bei der Essensausgabe „community meal“ die Menschen bedient habe, habe ich zwei 40- bis 50-jährigen Männern an einem Tisch Getränke angeboten. Dabei habe ich mitbekommen, dass sie sich scheinbar nicht so gut verstehen, weil sie sich gegenseitig beschimpft haben. Nachdem ich sie bedient habe, haben sie mich angesprochen und gefragt: „Woher kommst du?“ Ich antwortete: „Eigentlich aus dem Iran.“ Und einer von den beiden, der Jude war, hat gesagt: „Also bist du auch ein Moslem wie er.“ Dabei hat er auf seinen „Freund“ gezeigt. Ich sagte zu ihm: „Ja, ich war einer wie er. Und jetzt bin ich äußerlich einer wie er, aber mit dem Unterschied, dass ich ein Christ bin und an Jesus glaube!“ Dann fragte der Moslem, wie es dazu gekommen sei, dass ich konvertiert bin. Ich habe ihnen ganz kurz meine Geschichte erzählt und die beiden waren sehr davon geflasht. Danach begann ein Gespräch über den Glauben. Je weiter das Gespräch ging, desto genervter waren sie voneinander und natürlich auch ein bisschen von mir. Die Stimmen wurden immer lauter und lauter! Irgendwann kam es dazu, dass sie mich gefragt haben, warum ich dabei so gelassen und ruhig bleiben kann. Ich habe gesagt, mein Evangelium muss nur verkündigt werden. Gottes Wort verteidigt sich selbst und hat seine Kraft! Danach kamen sie runter und wurden sehr ruhig und nachdenklich. Ich habe sie zu dem Gottesdienst eingeladen und sie haben „Ja“ gesagt. Bedauerlicherweise sind sie nicht in den Gottesdienst gekommen. Es war ein Highlight für mich, ihnen Gottes Liebe als ein Mittel zu zeigen.
Die Zeit vergeht so schnell! Langsam realisiere ich, dass ich meinen Koffer packen und mich von den Menschen verabschieden muss. Mittlerweile weiß ich, dass ich mich nicht mehr umstellen muss. In der letzten Zeit sind unsere Unterrichtsthemen Heimat, Familie, Abschied nehmen und zurück nach Hause kommen. Ich bin Gott dafür sehr dankbar, dass er all das in kurzer Zeit in mir so tief eingepflanzt hat, dass ich meine Heimat, meine Familie und mein Zuhause in ihm sehe. Ich sehe es in meinem Leben als Gottes Segen, dass ich die Sachen annehmen kann, wie er sie mir vorbereitet. Natürlich freue ich mich, dass ich zu Gottes Familie gehöre! Ich wünsche euch allen, dass ihr überall in eurem Leben Gott seht und ihn, egal was auf euch zukommt oder wo es für euch weitergeht, annehmen könnt!

Gebetsanliegen
> Dankbarkeit für die Zeit hier und auch in Deutschland.
> Dankbar für das ita-Team und ihren Dienst.
> Danke für alle Sachen, die ich hier erleben durfte.
> Betet für mehr Bewerber für dieses Jahr bei der ita.
> Betet für die Weisheit für zukünftige Entscheidungen, die ich treffen soll, z. B. wie es weitergeht.
> Betet für die Zusage der Verlängerung des BAföG-Antrages.

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[1. Mai 2019] Liebe Spender*innen und Beter*innen,
Ich befinde mich seit dem 10. Januar in der multikulturellsten Stadt der Welt, „Toronto in Kanada“ und darf aus Gottes Gnade vieles lernen. Ich lerne hier sowohl die Sprache als auch die unterschiedlichen Kulturen kennen, die Menschen und auch ganz besonderes von Gottes Gemeinden. Dank unserem Jesus geht es mir hier richtig gut. Ich besuche von Montag bis Donnerstag den Sprachunterricht und donnerstagsnachmittag bin ich in der Vorlesung in dem College „TBS“ (die Vorlesungen sind auf Englisch, daher bekomme ich nicht wirklich viel mit). Freitags habe ich in dem Haus, in dem wir wohnen, Vorlesungen über die verschiedenen Kulturen und wie man mit Menschen aus anderen Regionen und mit anderen Mentalitäten umgeht und ihnen in der Evangelisation begegnet.Mittwoch helfe ich bei Food Bank (eine Lebensmittelausgabe für Bedürftige) mit. Dadurch werden die Beziehungen zu Menschen aufgebaut, die in die Gemeinde eingeladen werden. Dort wird für mit diese Menschen gebetet und viel mehr...
Wir sind verschiedenen Gemeinden zugeteilt und ich bin in der „Bloor Central Salvation Army“ (Heilsarmee). Am Samstagabend findet ein „community meal“ statt, an dem wöchentlich durchschnittlich 70 obdachlose Menschen teilnehmen. Dort dienen wir den Gästen Gottes mit seiner Liebe. Allerdings bekommen Menschen nicht nur etwas Warmes zu essen, sondern auch ein warmes liebevolles Gespräch und Gottes Wort durch Andachten, Bibellektüre und durch Gebete mitgeteilt und am Ende ein Verabschiedungslied. Sonntags feiern wir ganz besonders den Gottesdienst. Die Gottesdienstbesucher sind größtenteils obdachlose Menschen, die Jesus und seine Nähe suchen. Sie genießen es, eine Gemeinschaft mit Gott zu haben, Teil seiner Familie zu sein, ihn zu preisen und ihn anzubeten.
Nun äußere ich mich zu meiner persönlichen Zeit hier in Kanada. Also, ich stehe morgens gegen 6:00 auf und halte zuerst meine Stille Zeit und lasse mich von Gott auftanken, was für mich ein sehr wertvoll prägender Anfang für den Tag ist. Gegen 7:00 frühstücken wir alle zusammen und während des Frühstückes haben wir eine Andacht, die jeden Tag von einem aus unserer Gruppe gehalten wird. Der Weg bis zur Sprachschule dauert jeden Tag eine Stunde hin und eine Stunde zurück. Und dann von 9:00 bis 12:00 bin ich in der Sprachschule und lerne Englisch. Nach der Schule essen wir gemeinsam Mittag und danach starte ich mit Studieren oder auch anderen Sachen wie Joggen, Fahrradfahren, Spazieren. Abends ist die Zeit, in der wir meistens gemeinsam beten, den Alltag bei Gott abladen, Lobpreis und persönlichen Austausch haben. Über die Sprachschule haben wir die Möglichkeit, die Leute zum Bibellesen einzuladen. Freitagabend nehmen wir uns Zeit für diese Leute und reden mit ihnen über Gott. Wir lesen gemeinsam mit ihnen Bibel und bereden die Texte. Da kommen einige und ich finde es faszinierend, wie Gott durch diese Begebenheit die Herzen der Leute öffnet.
Am Anfang der Kanadazeit fiel es mir echt unglaublich schwer, hier zu sein, wieder von Null anzufangen eine Sprache zu lernen, nochmal mich umzustellen, weshalb ich nur Kopfschmerzen und Frustration hatte. Ich habe mich immer mit Gott gut verstanden und er hat mir immer reichlich von seiner Kraft gegeben und mich mit seiner Gegenwart und Kraft motiviert. NICHTS IST AUßERHALB SEINER MACHT! Die Zeit, die ich hier am meisten liebe, ist das Bibellesen.

Gebetsanliegen
> Dankbarkeit gegenüber seiner Gnade, dass ich die Möglichkeit habe, Englisch zu lernen.
> Dankbarkeit für seine Gaben hier; ein warmes Haus, so viel Essen.
> Dankbarkeit, dass ich euch/dich als meine Familie habe.
> Dankbar für das ita-Team und dass sie sich so gut um uns (besonders um mich) kümmern.
> Betet für mehr Bewerber für dieses Jahr bei der ita.
> Betet, dass mehrere Leute sich zum Bibellesen einladen lassen und es annehmen können.

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[23. Dezember 2018] Liebe Freunde, Spender und Beter, pdfhier (click here) kommt ein herzlicher Weihnachtsgruß aus Bad Liebenzell von eurem Omid
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[6. November 2018] „Omid on mission“ – der erste Freundesbrief von Omid ist online. Wer wissen möchte, wie es Omid in Schwaben geht, kann ihn pdfhier (click here) herunter laden.


[26. August 2018] Omid Bashang begann am 3. September sein Theologiestudium an der Interkulturellen Theologischen Akademie in Bad Liebenzell. Pfarrer Jens Buschbeck, Gemeindereferent Frank Krämer und KGV-Vorsitzender Andreas Körnich segneten ihn im Gottesdienst am 26. August und gaben ihm den Text aus Josua 1,9 mit auf den Weg: „Sei mutig und entschlossen! Lass dich nicht einschüchtern, und hab keine Angst! Denn ich, der Herr, dein Gott, bin bei dir, wohin du auch gehst.“

Wir wünschen ihm für seinen neuen Lebensabschnitt Gottes reichen Segen!

Bilder: © Christoph Brunner. 2018

 

Tags: gottesdienst | glauben/wachsen | arbeit mit geflüchteten


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