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Vom Dunkel ins Licht – Ostern in der Lutherkirche

[3. bis 5. April 2026] Der Karfreitag zeigte sich in diesem Jahr von seiner stillen Seite. Ein trist-grauer Himmel lag über allem und spiegelte die Stimmung des Tages wider. Genau in dieser Atmosphäre begann der Kreuzweg.

In kleinen Gruppen machten wir uns auf den Weg. Ich durfte eine davon begleiten und schon nach den ersten Schritten war spürbar: Dieser Weg fordert etwas von uns. Wir gingen bewusst schweigend. Keine ablenkenden Gespräche – jeder war mit seinen Gedanken unterwegs.

An sieben Stationen hörten wir Abschnitte aus der Passionsgeschichte – ohne den Blick auf die Auferstehung. Jede Station hatte ihre eigene Tiefe.

Gleich zu Beginn, bei Simon dem Aussätzigen, salbten wir uns. Ein leiser, intensiver Moment.

An der zweiten Station feierten wir Abendmahl im Rahmen des Passafestes. Danach führte uns der Weg in den Garten Gethsemane. Das Foyer der Kirche war dafür liebevoll mit Steinen und Pflanzen gestaltet, das Licht sorgfältig gesetzt. Für einen Moment schien die gewohnte Umgebung ganz fern.

Besonders eindrücklich war der Weg an den Darstellungen des leidenden Jesus. Unter Kettenrasseln und Spottgelächter wurde greifbar wie viel Leid Er für uns getragen hat. Da fiel es schwer, die Tränen zurückzuhalten. Nicht, weil es laut oder überzogen gewesen wäre – im Gegenteil. Gerade die Schlichtheit ließ erahnen, was hier geschehen ist.

An der fünften Station „trug“ jede Gruppe ein Stück weit das Kreuz. Ein schlichtes Zeichen – und doch spürbar schwer.

Vor dem Altar erwartete uns an der sechsten Station das Kreuz, geschmückt mit rotem Tuch und Dornenkrone. Hier wurde die Kreuzigung ins Zentrum gestellt. Es folgte eine stille Zeit. Jeder konnte aufschreiben, was ihn belastet, was zwischen ihm und Gott steht und es vor dem Kreuz ablegen. Ein stiller, ehrlicher Moment.
Gemeinsam beteten wir das „Vater unser“.

Danach gingen wir schweigend um die Kirche und stiegen schließlich in die „Grabhöhle“ hinab. Wir sangen gemeinsam „König der König, was taten sie dir“. Einer nach dem anderen blies anschließend eine Kerze aus. Es wurde dunkel und still. Am Ende stand der Segen, gesprochen vor der Höhle.
Für mich war es der erste Kreuzweg und sehr bewegend. Nichts daran wirkte übertrieben oder inszeniert. Gerade diese ruhige, klare Gestaltung machte ihn so eindrücklich und echt.

Umso stärker war der Kontrast am Sonntagmorgen. Um 6:00 erfüllte bei der Auferstehungsfeier eine feierliche Atmosphäre die Kirche, getragen von Musik, die berührte und Hoffnung weckte. Schritt für Schritt wurde SEIN Licht weitergegeben – ein sichtbares Zeichen dafür, dass die Dunkelheit nicht das letzte Wort hat.

Wir begrüßten einander mit dem Ostergruß: „Der Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden! Halleluja!“

Beim anschließenden gemeinsamen Frühstück wurde aus der Stille des Karfreitags spürbar neues Leben. Es wurde gelacht, erzählt, Gemeinschaft gelebt – ein fröhliches Miteinander rund um ein liebevoll vorbereitetes Buffet.

Wer danach noch weiter feiern wollte, war im Familiengottesdienst genau richtig.

Unter dem Motto „ver.kannt“ wurde Ostern lebendig und bunt. Ein Anspiel, eine mitreißende Lobpreis-Band, die gesanglich und mit einer Tanzgruppe von Kindern unterstützt wurde – großes Lob hier an Mattis Cramer, der „Freudenöl statt Tränen“ von Timo Langner performte – prägten den Gottesdienst ebenso wie eine anschauliche Predigt über die Emmaus-Jünger.

Den Abschluss bildeten bei strahlendem Sonnenschein eine fröhliche Osternestsuche und ein Kirchenkaffee mit reich gedecktem Buffet aus süßen und herzhaften Speisen.

So wurde Ostern in der Lutherkirche zu einem Weg – vom Dunkel des Karfreitags hin zum Licht des Ostermorgens – der nicht nur erzählt, sondern spürbar wurde.

Susi Franze

 

Bilder: © 2026. Christoph Brunner. Matthias Klemm.

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